ein hungriger Freund - Catley Di Anshare

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Ein Hungriger Freund


Catley Di Ansharé


Die kleine Biene freute sich des Lebens. Herrliche Blumen hatten sich Dank des tollen Wetters geöffnet. Der Morgentau war wundervoll klar und die Blütenpollen luden zum Naschen ein. Die kleine Biene war zufrieden, doch sie merkte, dass ihr etwas fehlte. Aber was war es nur? So flog sie eines Tages über eine Wiese und ließ sich auf einem Stengel einer Tulpe nieder. Unter ihr tummelten sich die Wiesenbewohner. Ameisen trugen schwere Lasten, der Regenwurm lugte aus seinem Erdversteck hervor und die Maus hatte eine wohlschmeckende Nuss aus dem letzten Winter gefunden. Traurig guckte die Biene ihnen zu. Alle hatten etwas zu tun, keiner saß auf einem Stengel und beobachtete sie. Da kam ein wunderschönes Tier vorbei. Die kleine Biene traute ihren Augen nicht. Es hatte so viele Beine und ein herrlich schimmerndes Kleid an. Die langen Füße hatten kleine Härchen, die Augen glitzerten im Sonnenlicht.
Wer bist du denn?" fragte die kleine Biene.
Das möchtest du gar nicht wissen!" antwortete das Tier forsch und schaute sich um, wer es angesprochen hatte. Das Tier krabbelte schnell weiter, als es die Biene sah.
Doch die Biene war traurig, denn sie wusste jetzt was ihr fehlte: ein Freund.
Und sie konnte schon bald an nichts anderes mehr denken, als an dieses schöne seltsame Tier und sie fing an, es überall zu suchen. Im Wald, auf dem Feld und in der Wiese suchte sie, doch es war schon über alle Berge. Als sie einmal laut seufzte, meldete sich ein Marienkäfer zu Wort, der neben ihr an einem Blatt empor krabbelte.
Liebe kleine Biene, du seufzt so laut. Kann ich dir vielleicht helfen?" fragte der frech gepunktete Käfer.
Ich suche einen Freund", klagte die Biene.
Wie sieht denn dein Freund aus?" fragte der Marienkäfer neugierig.
Sie hat lange schwarze Beine, ein schwarzes seidiges Haarkleid und wunderschöne schwarze Augen."
Ich kenne sie!" rief der Käfer zu der Biene hinüber.
Du kennst sie?!" die Biene klatschte in die Hände,wie ist ihr Name?"
Sie heisst schwarze Witwe. Aber ich weiß, dass sie keine Freunde haben möchte!"
Traurig schaute die Biene zu Boden.
Wenn sie neue Freunde hat, kann es passieren, dass sie ihn zum Abendbrot verspeist!" sagte er, breitete seine Flügel aus und flog zur Biene hinüber, um sie zu trösten.
Nicht jeder ist ein geeigneter Freund", sagte er zur ihr. Die kleine Biene schaute endlich hoch.
Manchmal kann man in jemandem einen Freund finden, von dem man es nie gedacht hätte. Freunde?"fragte sie.
Freunde!" antwortete der Marienkäfer.

 
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